Pragmatischer Autokrat, fester Anhänger der "asiatischen Werte" und Vater des Wirtschaftswunders in Singapur, das 50. Gründungstag feiert
Singapur – Wie kaum ein anderer hat er die Geschicke des Stadtstaats Singapur und die politischen Debatten der Region geprägt: Lee Kuan Yew. Er war der erste Premier des Stadtstaats und formte aus einem mückenverseuchten und an natürlichen Ressourcen armen britischen Kolonialhafen während seiner 30-jährigen Amtszeit eine der wichtigsten Finanz- und Dienstleistungsmetropolen der Welt. Zugleich erregte er in kontroversen Debatten um sogenannte "asiatische Werte" in den 1990er-Jahren Aufsehen. Nun ist Lee im Alter von 91 Jahren gestorben.
Lee wurde am 16. September 1923 als Sohn einer gut situierten Reederfamilie in Singapur geboren. Nach der Schulzeit, die er als bester Schüler Singapurs und Malaysias 1939 abschloss, war Lee Stipendiat am Raffles College der Stadt. 1946 ging er nach Cambridge, wo er sein Jus-Examen am Fitzwilliam College bestand– wieder mit Auszeichnung.